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Die Initiative Mediation Support Deutschland (IMSD) ist ein Konsortium bestehend aus fünf deutschen Organisationen aus dem Bereich Mediation und Mediation Support. Ziel der Initiative ist es, Fachwissen über Friedensmediation und Mediation Support zu verbreiten, insbesondere unter Mitarbeitenden des Auswärtigen Amts und anderen zentralen Entscheidungsträgern, und damit die Rolle dieser Instrumente in der deutschen Außenpolitik zu stärken.

Seit 2013 arbeitet die IMSD eng mit dem Auswärtigen Amt zusammen. Aus der Kooperation sind Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau und zur Sensibilisierung wie Trainings und Fact Sheets sowie Formate zum fachlichen Austausch wie internationale Konferenzen und Beratungen der Bundesregierung hervorgegangen.

Was ist Friedensmediation und Mediation Support?

Friedensmediation ist "ein freiwilliger Prozess, in dem eine Drittpartei zwei oder mehr Parteien mit ihrer Zustimmung dabei unterstützt, einen Konflikt zu verhindern, zu handhaben oder zu lösen, indem sie ihnen hilft, beidseitig akzeptable Vereinbarungen zu entwickeln" (UN Guidance for Effective Mediation, 2012).


Der Begriff Friedensmediation umfasst dabei das gesamte strukturierte Vorgehen der Verhandlungsunterstützung, das bereits mit der Kontaktaufnahme zwischen Mediatoren und Konfliktparteien beginnen und sich über Waffenstillstandsverhandlungen bis zur Umsetzung eines Abkommens erstrecken kann. Mediation ist daher ein Instrument, das sowohl in der Konfliktprävention als auch in der Friedenskonsolidierung und ganz besonders in der Implementierungsphase von Friedensabkommen eingesetzt werden kann.

Wie die Diplomatie zielt auch die Friedensmediation darauf ab, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und zu lösen. Zur begrifflichen Schärfung ist insbesondere die Abgrenzung zur Verhandlung einerseits und zur Schlichtung andererseits aufschlussreich: In einer Mediation soll – wie in einer Verhandlung – eine Einigung zwischen den Parteien mittels eines Aushandlungsprozesses erreicht werden. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass in einer Mediation eine weitere Partei hinzukommt, die für die Leitung und Unterstützung des Kommunikationsflusses verantwortlich ist. Anders als bei einer Schlichtung erarbeitet diese Drittpartei nicht selbst einen Lösungsvorschlag, sondern unterstützt die Konfliktparteien bei der Erarbeitung einer autonomen und für beide Seiten akzeptablen Lösung, wodurch die Souveränität und die Expertise der Konfliktparteien in besonderem Maße gewürdigt werden.

Der Begriff Mediation Support bezeichnet die Unterstützung von Mediatoren bzw. Mediationsteams und von mediativ gestalteten Vermittlungsprozessen. Ziel von Mediation Support ist es, die Bedingungen für das Gelingen von punktuellen Vermittlungen oder langfristigen Friedensprozessen durch gezielte Unterstützung der relevanten Mediationsakteure nachhaltig zu verbessern.

Zielgruppen und Nutzer von Mediation Support sind nicht nur vermittelnde Drittparteien, sondern auch Konfliktparteien, Interessengruppen und Geberinstitutionen sowie andere Unterstützungsakteure, z. B. aus der Entwicklungszusammenarbeit. Zu Mediation Support zählt ebenfalls die Unterstützung beim Aufbau von Mediationsstrukturen sowie die Förderung von lokalen Mediatoren. Mediation Support-Akteure agieren in verschiedenen Rollen, u. a. als Mediatoren, Berater, Ausbilder, Forscher und Betreuer. Seit internationale Organisationen und einzelne Staaten Mediation als Instrument der Friedensvermittlung institutionell ausbauen, hat sich das Spektrum von Mediation Support ausdifferenziert. Mediation Support kann in den folgenden Bereichen geleistet werden:

  • Durchführung und operative Unterstützung von Vermittlungsprozessen
  • Aufbereitung und Verbreitung von Wissen - Monitoring und Evaluierung von Vermittlungsprozessen
  • Aufbau von methodischem, thematischem und normativem Wissen und praktischen Mediationskompetenzen
  • Auf- und Ausbau von Strukturen zur Konfliktlösung

Eine ausführlichere Einleitung ist im Fact-Sheet "Grundlagen der Mediation: Konzepte und Definitionen" zu finden.